Möhliner Narren übernehmen die Macht
Von:Alejandra Martinez
Gestern war bekanntlich der 1. Faisse - und somit die alljährliche Fasnachteröffnung mit traditioneller Schlüsselübergabe an die Möhliner Narren. Die Fasnacht-Saison ist eröffnet!
(v.l.) Ivan Kym, Zunftmeister der Fasnachtszunft Ryburg; Fredy Böni, Gemeindeammann Möhlin; Tobias Schürch, Zunftmeister der „Meler Galgevögel“
"Narri - Narro" als erstes ertönt,
wer da nicht mitmacht gilt gleich als verpönt.
Es scheint als hätten drauf alle gewartet,
dass Tobias Schürch ganz vorn wieder startet,
als König der Vögel die Rede zu schwingen,
und damit dem Böni den Schlüssel entringen.
Vorbei ist fürwahr die normale Zeit,
in Möhlin machen sich die Narren breit.
Zumindest für die nächsten paar Tagen,
soll niemand sich gegen die Narren wagen.
Solange die Narren den Schlüssel besitzen,
so lange wird man die Gemüter erhitzen.
Bis dann die Rückgabe wieder gewahr,
und Ruhe einkehrt - zumindest ein Jahr.
So ungefähr klang es bei allen Reden am ersten Faissen auf dem Gemeindeplatz in Möhlin. Bereits um 18.30 hatten sich etliche Fasnächtler eingefunden und warteten trotz Eiseskälte auf die traditionelle Schlüsselübergabe. Damit wird den Narren sozusagen die "Rechte" des Dorfes für die Zeit der Fasnacht übergeben und "Narrensaison" - oder anders: "Narrenfreiheit" ist angesagt.
Nach einigen Reimen fand wie gewohnt die Schüsselübergabe statt. Gemeindeamman Fredy Böni oblag es dem Präsidenten der Meler Galgenvögel Tobias Schürch sowie dem Prasidenten der Fasnachtszunft Ryburg, Ivan Kym, jeweils einen symbolischen Schlüssel zu übergeben.
Speziell an der Möhliner Fasnacht im 2012 ist, dass die "Wöschwiiber" ihren 25. Jubiläum feiern. Als Jubiläumsgeschenk erhielt auch gleich jede von ihnen einen eigenen, starken und gut aussehenden Mann... aus Pappe und in Miniatur. Das Geschenk wurde freudig von den lachenden "Wiiber" angenommen die gleich ein Dankeschönliedchen sangen.
Für alle Fasnächtler und Zivilisten standen Speckzopf, Bier, Wein und andere Getränke bereit - natürlich unentgeltlich. An verschiedenen Stehtischen konnte man sich zu einem gemütlichen Gespräch eintrudeln. Gemütlich natürlich nur solange das Wetter dies zuliess. Denn bei minus acht Grad lässt es sich nicht lange stillstehen.
Viele bevorzugten das kalte aber trockene Wetter auf jeden Fall einem Regenschauer. Und stillgestanden wurde sowieso nicht lange. Gleich nach den Reden und der Schlüsselübergabe spielten die Guggen und alle hüpften glücklich von einem Bein aufs andere. So wurden die Anwesenden am 1. Faissen auf die angebrochene Narrenzeit eingestimmt und werden bald ganz Möhlin unsicher machen. Sorry: Meli und Ryburg!
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