3. Natur- und Kulturwoche im Benkental
Von:Peter Bircher
„Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Abend“, hat eine Besucherin aus der Region dem OK der 3. Natur- und Kulturwoche im Benkental geschrieben.
Jungjodler beim Kaffi Fürenand auf dem Dorfplatz
Tiere im Mittelpunkt
Sie meinte damit den Vortragsabend „Kühe verstehen“ im Ochsensaal mit Martin Ott. Dieser Buchautor traf gewissermassen den Kern der Natur - und Kulturwoche, die sich als Schwerpunkt mit „Mensch-Tier-Umwelt“ beschäftigte. Ott hat mit den drei Tiervergleichen Rabe = hochintelligent, Pferd = äusserst sensibel und Kuh = die sich als zeitlassende, wiederkäuende (Fast)- Allesfresserin als das lebens- und nahrungsspendende Nutztier schlechthin erweist, einen fulminanten Vortrag geboten.
Alle Angebote dieser Woche, die sich „um das Tier drehten“ kamen sehr gut an. So standen bei der Tagesfahrt als Auftakt die Störche von Altreu, die 170 Pferde in ihrem Altersheim im Jura (alles richtigerweise durch Spenden finanziert), die Welt der Falter im Papiliorama in Kerzers im Mittelpunkt.
Dann die Jungtierschau vor Ort mit Kaninchen, Geflügel, Tauben und Ziervögeln, die Mutterkuh-Haltung, Milchvieh und Schweinehaltung und Pouletmast mit Tierarztbegleitung. Die Dackelshow von Picard & Co. und ein tierisches Konzert der Musikschule Frick.
Weiter der Pflanzenreichtum für Mensch und Tier an den beiden Dorfschulen, die Insektenwelt am FiBL in Frick, Ameisen als besonderes Insekt am Waldesrand, ein neues Haus für Schwalben und Mauersegler, eine Wildsau-Exkursion und der grosse Bienentag mit dem 2012 mehrmals ausgezeichneten Film „More than honey“ von Markus Imhoof in der Studer-Schüür von Oberhof.
Kultur in schöner Ausprägung…
… bot das sehr gut besuchte Konzert von Noëmi Nadelmann und Chor am Muttertag. Gefallen fand auch die Kunstausstellung der beiden Einheimischen Barbara Leimgruber und Franz Böller im alten Gemeindehaus mit farbigen Aquarellen und Holzskulpturen.
Voll auf der „tierischen Welle“ trat die Musikschule mit einem bunten Konzert auf, wobei der Einsatz der Vielzahl von Instrumenten überraschte – von der Blockflöte bis zur afrikanischen Buschtrommel. Zwei Mal traten die neu formierten Jungjodler auf dem Dorfplatz und beim Bistro Gemeindehaus auf.
Einen Schluss – und Höhepunkt setzte aber ohne Zweifel der Kirchenchor des Tales unter der Leitung von Florian Bamert und Pfarrer Franz-Xaver Süess als Zelebrant zusammen mit einem ad hoc Orchester im Pfingstgottesdienst. Die „Spaur“-Messe, welche der 20-jährige Mozart komponierte, zeigte musikalische Frische und was konnte Pfingsten besser als Hochfest hervorheben, als das „Veni Sancte Spiritus“, welches Mozart als 12-Jähriger komponierte.
Sportliche Note
Die Woche bot aber auch eine sportliche Note mit Lauf und Bike in die Jurawälder von Oberhof. Weit über hundert Sportbegeisterte waren mit dem Bike unterwegs, als Läufer, als Wanderer und viele von ihnen stellten sich der Zeitmessung. Am Rangverlesen bei der Studer-Schüür stachen eine starke Gruppe jüngerer Männer hervor, aber auch einige Läuferinnen mit Bestresultaten.
Erstaunlich war, dass auch junge Talente die doch anspruchsvolle Laufroute (7 km) oder die Bikeroute (14 km) in Angriff nahmen. TV-Präsident Hansjörg Kim war über den strammen Nachwuchs besonders erfreut.
Einen besonderen Akzent setzte beim alten Gemeindehaus der „menschliche Töggelikasten“. Er hatte es in sich Grossmütter zur Fitness anzulocken, die Kindergärtler, Firmenmitarbeiter nach Feierabend und Sportler aller Altersgruppen…
Begegnung
Man wollte mit dieser Woche nicht einfach „ein Fest mit Bier- und Bartheke“ organisieren. Aber selbstverständlich war für Gastronomie, Gespräch und Begegnung gesorgt. Vorab mit dem Kaffi Fürenand am Dorfplatz, welches sich hier im dritten Jahr die ganze Woche hindurch etabliert hat.
Weiter hatten die Tierfreunde ihre Beiz bei der Jungtierausstellung. Beim alten Gemeindehaus war jeweils am Abend ein Bistro in Betrieb und in Oberhof in der Studer-Schüür traf man sich nach Sport oder Filmbesuch.
Als Traditionsanlass weiterführen
Wie schon im Programmheft angekündigt, wird die Natur- und Kulturwoche weitergeführt. Man glaubt, dass diese Woche vor Pfingsten zu einem Traditionsanlass im Benkental werden könnte. Die 4. Woche wird vom 30.5. bis 8.6. 2014 stattfinden.
Thema wird dann das „Geotop Jura“ sein, die Jurasteinhäuser, die Erdgeschichte, die Bodenschätze und auf „Stock und Stein unterwegs“. Möglich wird das nur sein mit einer weiterhin straffen Ressort-Aufteilung im Verein „dorfplus“, einigen grosszügigen Sponsoren und der engagierten Mitwirkung der Dorfvereine.
«Fürs Fricktal – fricktal24.ch – die Internet-Zeitung»