Seelsorge für Spitzenköpfe
Von:Christian Breitschmid-Gabriel
Mit ihren Unterschriften haben die Entscheidungsträger der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie der Römisch-Katholischen und Reformierten Landeskirchen des Kantons Aargau ihren festen Willen bekundet, gemeinsam für die Schulung von Geist und Seele einzustehen.
(v.l.) Jürg Christener, Standortleiter Aargau FHNW, Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident FHNW, Olivia Forrer, Leiterin Fachstelle Religion Campus Brugg-Windisch, Luc Humbel, Kirchenratspräsident Röm.-Kath. Landeskirche, Christoph Weber-Berg, Kirchenratspräsident Ref. Landeskirche. (Foto: Christian Breitschmid)
„Es geht nicht darum, zu missionieren“, betonte Christoph Weber-Berg, Kirchenratspräsident der Reformierten Landeskirche, nach der feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung, „es geht darum, den Service Public unserer Kirchen im Sinne einer Geh-hin-Kirche zu den Menschen zu bringen.“
Aus diesem Grund hatten sich die Verantwortlichen der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Römisch-Katholischen und der Reformierten Landeskirche am frühen Nachmittag des 16. Mai 2013 im Büro von FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi getroffen, um die Zusammenarbeit in Form der Fachstelle Religion Technik Wirtschaft auf dem Campus Brugg-Windisch zu bekräftigen und zu erweitern.
An ihren Synoden im vergangenen Herbst haben beide Landeskirchen dem Antrag zugestimmt, die Fachstelle Religion Technik Wirtschaft in eine feste ökumenische Stelle umzuwandeln. Während fünf Jahren, von 2007 bis 2012, wurde dieses Angebot mit Erfolg erprobt, zuerst unter der Leitung von Asha De, ab 1. Dezember 2012 dann weitergeführt von Olivia Forrer.
Mit der Eröffnung des Campus Brugg-Windisch am 1. September dieses Jahres wird auch die Fachstelle Religion unter neuem Namen und um eine weitere Person verstärkt einen nächsten Schritt tun, um ihrem vierfachen Leistungsauftrag gerecht zu werden:
Beratung und Seelsorge, Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, Spirituelles und Kulturelles. Dazu stehen Olivia Forrer und ihre neue Kollegin oder ihr neuer Kollege mit 160 Stellenprozenten allen Studenten, Lehrbeauftragten und weiteren Angestellten auf dem Fachhochschul-Campus zur Verfügung.
Finanziert wird die Fachstelle von beiden Landeskirchen mit je 120‘000 Franken pro Jahr. Damit stehen die beiden Fachpersonen für Seelsorge, Begleitung und Beratung in weltanschaulichen und religiösen Fragen zur Verfügung. Sie initiieren Kurse, Exkursionen und gottesdienstliche Feiern, gestalten Anlässe der Fachhochschule mit, beteiligen sich an Arbeits- und Fachgruppen und betreuen den neu eingerichteten Raum der Stille.
Für Crispino Bergamaschi steht ausser Frage, dass die Fachhochschule mit der „Fachstelle Religion Campus Brugg-Windisch“, so der offizielle Name ab 1. September, nahtlos anschliesst an eine bewährte Tradition des konfessionellen Miteinanders und des interdisziplinären Austausches mit kritisch forschenden Geistern im Kanton Aargau.
„Wir haben 150 Jahre Erfahrung mit dieser Art von Zusammenarbeit. Das Miteinander ist erprobt und wir wissen, dass wir gegenseitig von Nutzen sein können füreinander“, freute sich Bergamaschi bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Luc Humbel, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Landeskirche, sieht die Chancen dieser Kooperation klar: „Hier können wir uns ins Gespräch bringen und bekannt machen. Junge Menschen haben die Möglichkeit, Kirche so wahrzunehmen, wie wir sie vermitteln wollen, als niederschwelliges Angebot für alle in allen Lebenslagen.“
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