Herr Mazzi kandidiert für den Grossen Rat. Das ist sein gutes Recht, aber sein Arbeitgeber (die Gemeinde Rheinfelden) darf die Frage stellen, ob sich das mit seinem Amt als Stadtammann auch verträgt. Normalerweise holt man diese Einwilligung vorgängig ein. Unseres Wissens ist dies aber nicht geschehen. Deshalb hier die Meinung eines Gemeindemitglieds:
Es ist nicht gut, wenn solche Ämter kumuliert werden. Erstens hat der Stadtammann genug in Rheinfelden zu tun (er hat selber diese Meinung vertreten), und zweitens ist es besser, wenn hohe Ämter auf verschiedenen Schultern ruhen. Die FDP verirrt sich bei der Kandidatur Mazzi schon wieder in ein Auslaufmodell. Das Spiel mit den Doppelmandaten ist ebenso veraltet wie der Glaube an die Minikreisel.
Nun aber zum Arbeitsvolumen des Stadtammanns: Wären alle hängigen Pendenzen rasch erledigt worden, würde man vielleicht ein Einsehen haben. Aber Vieles bleibt unglaublich lange liegen, und Vieles scheint dabei auch für das Vergessen vorgesehen zu sein. Als Beispiel diene der sog. Neue Steg, dessen Bau vom Ammann vor den Ohren des Schreibenden mehrmals versprochen wurde (natürlich nur mündlich, aber in der Schweiz gilt eigentlich das Wort eines Stadtammanns auch ohne notarielle Verurkundung). Der Steg fehlt jetzt schmerzlich, das Kraftwerk ist fertig, und das Stadthaus – schweigt!
Also: wo ist der Steg oder sein Projekt oder die Bemühungen um ein Projekt? Gewiss: Deutschland will sich nicht an den Kosten beteiligen, aber ist das ein Grund, einfach nichts verlauten zu lassen? Der Oberbürgermeister in D-Rheinfelden heisst neu Eberhard. Vielleicht hat man ihn auch schon um seine Meinung gefragt, aber das Stadthaus hängt auch diesbezüglich seinem Hobby nach: es schweigt.
Hätte man einen Einwohnerrat, könnte dort Auskunft verlangt werden. So aber muss man in Leserbriefen einfach vermuten: Der Stadtamman ist so überlastet, dass er nicht auch noch informieren kann. Das ist aber so bedenklich, dass man Herrn Mazzi dringend von seiner Kandidatur für den Grossen Rat abraten muss. Er müsste dort jede Woche einen Tag an Sitzungen teilnehmen. Und dieser Tag fehlte in Rheinfelden, und dann werden die Rheinfelder noch weniger vom Steg erfahren.
Und neben dem Steg gibt es noch weitere Probleme, die man nicht immer aufschieben kann. Zusätzlich entstehen neue Probleme, die die volle Kraft eines Mannes erfordern - dieser hat ein stattliches Salär für einen Fulltimejob gefordert - und auch erhalten . Von einer 80%-Anstellung liess er nie etwas verlauten. Und als Steuerzahler gäbe ich die Einwilligung nie für eine 20%-Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnreduktion. Vor allem, wenn er mich vorher nicht anfragen würde.
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Los Ueli, mini Meinig ganz...
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