TV Sulz - «Magic Moments» - mehr wie nur ein Programmtitel
Von: Hans Berger
Die zwei abertausend Funken speienden Vulkane, mit welchen der TV Sulz am vergangenen Samstag seine Turnershow „Magic Moments“ startete, waren nichts im Vergleich zu dem Feuerwerk, das in der Folge die Turnerfamilie in ihrem dreistündigen Programm dem begeisterten Publikum in der voll besetzten Mehrzweckhalle bot. Umrahmt von fetziger, zum mitklatschen animierender Musik und einer wirkungsvollen, das Magische unterstützenden Beleuchtung jagte ein Höhepunkt den anderen.
TV Sulz - «Magic Moments» mehr wie nur ein Programmtitel
Bereits im Vorfeld der spektakulären Turnershow konnten einige der Besucher bei der Online-Buchung magische Momente erleben. Der Ansturm auf die Tickets war am ersten Tag derart gross, dass das System zusammenbrach, sodass die Buchungswilligen nur noch vor einem flimmernden Bildschirm sassen. Magisch dann auch der Empfang. Auf der Wiese trotzten mehrere Feuerstellen dem bissigen Wind und das Vorzelt war beleuchtet wie ein Zirkus-Chapiteau. Drinnen luden zwei Bars zum Apéro ein und Leuchtgirlanden verwandelten die Mehrzweckhalle in einen festlichen Saal, der förmlich zum Dinieren einlud.
Intro
Bevor die Show ihren Anfang nahm, konnten sich die Zuschauer anhand schöner Dias an den turnerischen Glanzleistungen der jüngsten Vergangenheit des TVs erfreuen. Die Hälfte der bis anhin mit dem Rücken zur Bühne sitzenden Gäste kehrte ohne Anordnung ihre Stühle, als die Lichter ausgingen und sechs Fackeln tragende Athletinnen und Athleten in den Saal einzogen und das dreistündige Feuerwerk entzündeten.
Tollkühn
Mit „850 Finger am heissen Eisen“ belegte der Turnverein Sulz, dass er zu Recht diesen Namen trägt. 850 grosse und kleine Finger umfassten die Reckstangen, an denen die Fingerbesitzer als Solisten oder in Gruppen, scheinbar mit Leichtigkeit Atemberaubendes und Tollkühnes boten. Es ist daher nur verständlich, dass der arg tölpelhafte Hauswart (Adrian Müller) etwas verlegen die Bühne betrat, zumal er noch vermelden musste, dass nach seiner Umsortierung der Garderobe ein Mantel übrig geblieben sei.
Frage
Die farbenfrohen Cocktails „Sweet & Sunny“ trank die Frauenriege alleine, die danach lechzenden Zuschauer vergassen aber beim flotten Tanz der Damen ihre Qualen. Angesichts der eindrucksvolle Barren / Ring - Kür von TV/KuTu fragte sich ein rückenschmerzgeplagter Zuschauer bestimmt, ob denn die von Kraft protzenden Sportler davon gefeit sind, oder ob er eventuell davon befreit wäre, wenn er dasselbe tun würde?
Heldenhaft
Von den grossen und kleinen Damen vom Getu liess sich das Publikum widerstandslos in die „Zauberhaften Welten“ des Turnens verführen und hernach in einer weiteren Komiknummer von der Lovestory des „singenden“ Liebespaars Adrian Müller und Jonas Marbot verzaubern. Die Gäste im Saal staunten nicht schlecht, als plötzlich ein blau-rot gekleideter Mensch über ihre Köpfe hinweg flog und damit seine TV-Kollegen ermunterte, sich auf dem Trampolin genauso heldenhaft zu geben, wie jene Figuren in der US-amerikanischen Drama-, Science-Fiction- und Mystery-Fernsehserie „Heroes“ , was die Sulzer auch zweifellos taten. In der ersten von zwei Videoeinspielungen unter dem Titel „Netz Natur“ erforschte Naturfilmer Andreas Moser alias Fabian Obrist den Homogymnasticus und entdeckte dabei in den Nachbargemeinden besonders abstruse Abkömmlinge dieser Spezie.
US-Import
Den Schlümpfen der Märi klein war es in Sulz zu eng geworden und sie machten daher ihren Schwubdiwub-Fähigkeiten entsprechend einen kurzen Abstecher nach Manhattan, nahmen aber, wohl zum eigenen Schutz, die Jugi mit. Dort waren die kleinen Ausreisser von den „Blues Brothers“ derart begeistert, dass sie diese ohne Rücksprache mit OK Präsident Alex Obrist nicht nur gleich für die Turnershow engagierten, sondern auch gleich mitnahmen. Obwohl auch die Zuschauer in der Pause vor dem WC Schlange stehen mussten, verhielten sie sich in ihrem Drang, das Wasser zu lösen wesentlicher disziplinierter wie der wilde Haufen von „Inventio of Riverdance“. Mit Spagats auf dem Boden, Spagats auf dem Barren sowie Grazie und Pfiff vermochte die Damenriege in ihrem „Pink Magic“ das Publikum zu begeistern.
Ehre wem Ehre gebührt
Nach der Pause zeigte die Barrensektion ihr Können und die Frauenriege mit ihrem „Würfelzauber“, dass es im Turnen ausser Kraft auch Köpfchen bedarf. Zum „Let’s Dance“ lud die Jugi/Märi ein, jedoch drückten sich die Männer vom Turnverein mit „Running Men“ davor. Die unlängst zurückgetretene, dem Nationalkader angehörige Sulzer Kunstturnerin Jennifer Senn gab ihre letzte Vorstellung und wurde danach unter frenetischem Applaus auf einem purpurroten Stuhl sitzend wie eine Königin aus dem Saal getragen.
Finale
Eine temperamentvolle Tanzeinlage bot die Damenriege mit „Moments of History“, wonach der Hausmeister Köbi wiederum humorvoll aus seinen ersten Erfahrungen in der Hölle berichtete. Mit „Rock am Reck“ präsentierte der Turnverein eine weitere sportliche Hochleistung und TV/DR gaben sich in der Tanznummer „(H)eisskalt“ mehr heiss wie kalt. Mit spektakulären Sprüngen, Überschlägen, Saltos, Schrauben und was es sonst noch alles in diesem Bereich gibt, beendeten die „Magic Jumpers“ das imposante, bombastische Feuerwerk „Magic Moments“ vom TV Sulz, der damit einmal mehr eine bis ins kleinste Detail perfekt inszenierte Turnershow der Superlative bot, welche am kommenden Freitag und Samstag nochmals über die Bühne geht, aber bereits ausgebucht ist.
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