«Deischberer-Herbschtmärt» - klein, fein, charmant
Von:Hans Berger
Densbüren gehört zu jenen Strassendörfern, dessen nostalgischer Charme beim Vorbeiflitzen nur selten erkannt wird. Wer dann aber doch einen Halt einlegt und obendrein noch altes Liedgut im Kopf hat, der bringt die Melodie von „Die alten Strassen noch, die alten Häuser noch“ kaum noch von den Lippen. Das 700-Seelen-Dorf ist somit geradezu prädestiniert für einen gemütlichen, idyllischen Herbstmarkt, daher wundert’s eigentlich nicht, dass am vergangenen Samstag der „Deischberer-Herbschtmärt“ bereits zum 16. Mal abgehalten werden konnte.
Deischberer-Herbschtmärt - klein, fein und charmant
So wie man sich ein Dorf im Mittelalter vorstellt, schlängelt sich der Weg den Häusern entlang und der Bach komponiert in seinem urchigen Bett immer wieder neue Melodien. Lauschige Winkel laden zum Verweilen ein. Hier gibt’s noch die alten Scheunen, in denen an einem Dorffest die Spaghettis tausendmal besser munden wie in einer mit X Sternen ausgezeichneten Spaghetteria. Der eigens für die kleinen Gäste eingerichtete Spielplatz barg, ganz ihrem Gusto entsprechend, abenteuerliches in sich. Um ja kein falsches Bild zu vermitteln, Deischbere ist auch ein modernes Dorf, in dem sich aber in vorbildlicher Weise Alt und Jung die Hand reichen.
In Konkurrenz
Die herbstlichen Attraktionen stahlen sich gegenseitig die Schau, ob nun bunte Kürbisse oder schöne Arrangements, es gab vieles zu bestaunen und zu erkunden. Leckere Köstlichkeiten luden zum Probieren und Naschen ein. Es schien, alles wäre alles da, was die Herbsternte zu bieten hat. Auch die bunten Herbstblumen und saftigen Äpfeln fehlten nicht.
Reiche Auswahl
Bei diversen Trödlern konnte Haushalt und Werkstatt mit preiswerten Utensilien angereichert und mit dekorativer Handwerkskunst die eigenen vier Wände neu gestaltet werden. So zum Beispiel mit Militärhelmen, die zu Schildkröten, oder Steinquader zu lustigen Männlein mutiert waren. Aber auch all jene, welche im Wissen darum, dass es einst knapp werden könnte, jetzt schon auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken waren, konnten am „Deischberer-Herbschtmärt“ fündig werden.
Schmuck in Hülle und Fülle, Taschen, wärmende Mützen, Handschuhe, Schals, wohl für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie. Wer hier nichts von der Geschenkliste abhaken konnte, dem steht eine so schwierige Einkaufstour bevor, welche ihm die Freude auf Weihnachten vermiesen könnte. Mit ihrem unterhaltsamen Repertoire sorgten die „Rolling Phones“ dafür, dass dies nicht schon drei Monate davor eintrifft.
Lustlos
Eine Tombola reizte dazu, das eigene Glück zu sehr aufs Spiel zu setzen und ein Pferdegespann, sich mit einer Fahrt durch den Jura vom Alltagsstress zu erholen. Die „wedelnde Palme“ allerdings hatte keine Lust zum Wedeln, da es ihr vermutlich in Densbüren an tropischen Temperaturen mangelte und obwohl sie sich gut präsentierten, wollte auch niemand auf den bunten Liegestühlen einen Mittagsschlaf machen.
Siesta
Diesbezüglich waren da die Beizlis entlang der „Marktgasse“ schon einladender, aber nicht nur zum Ausruhen und Aufwärmen, sondern auch zur Besänftigung des knurrenden Magens, der sich über das Zugeführte nicht zu beklagen hatte. Es sei denn es war des Guten zuviel, ein selbst gebrannter Schnaps konnte da aber Abhilfe schaffen.
So, dass der Magen und dessen Inhaber sich mit einem guten Gefühl vom 16. „Deischberer-Herbschtmärt“ verabschieden konnte und sich wohl beide auf ein Wiedersehen mit Densbüren, dem Dorf mit nostalgischem Charme, freuen.
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