«Repol Oberes Fricktal» und Erstklässler erfreuten Automobilisten
In einer schweizweiten von TCS, bfu und der Polizei lancierten Kampagne werden derzeit mancherorts die Automobilisten aufgefordert „Gäll, du haltisch für mich aa“. Um diesem Appell Nachdruck zu verleihen, organisierte die Repol Oberes Fricktal auf offener Strasse in Densbüren zusammen mit den dortigen Erstklässlern einen „Schnelltest“ für Fahrzeuglenker und belohnte, wie im Übrigen auch andere Repols, die „Getesteten“ mit einem Fensterputztuch.
(v.l.) Michael Schoch, Manuel Winter, Daniel Meier, die 5 Jungpolizisten, Simone Bremgartner, Markus Erni
Für die Repols ist die Verkehrserziehung der Schülerinnen und Schüler eine zentrale Aufgabe. „Warte, luege, lose, laufe“ und „mir laufe erscht, wenn d’Rädli stönd“, lautet dabei die oberste Devise, welche die Repol Oberes Fricktal in 27 Schulgemeinden alle Jahre wieder den Schulanfängern vermittelt.
Die Losung Mit der Aktion „Gäll, du haltisch für mich aa“, deren Zweck es ist, die Automobilisten auf die Schulanfänger zu sensibilisieren, betreten die Polizisten jährlich Neuland, da die Kampagne alternierend immer an einem anderen Ort und mit nicht nur verkehrsmässig unerfahrenen Erstklässlern durchgeführt wird. Die nicht immer einfache Aufgabe der Kinder ist, zusammen mit der Polizei Autos anzuhalten, mit deren Lenker das Gespräch zu suchen, an dessen Schluss die Kinder dann die entscheidende Forderung stellen: „Gäll, du haltisch für mich aa!“
Sicherheit und Sozialkompetenz So geschehen auch am vergangenen Mittwoch an der Hauptstrasse in Densbüren. Fünf wiffe Erstklässler standen mit ihrer Lehrerin, Simone Bremgartner den Polizisten Markus Erni, Michael Schoch, Manuel Winter und Daniel Meier als Assistenten zur Seite. Der leitende Polizist Markus Erni betonte die Wichtigkeit, dass die Autofahrer auch im Zweifelsfalle immer anhalten und den Kindern genügend Zeit geben müssen, um zu entscheiden, ob sie die Strasse überqueren wollen. Dieser Prozess könne ohne weiteres zehn Sekunden und länger dauern, ergänzte Erni.
Für die Lehrerin hat die Aktion, nebst der Sicherheit der Kinder auch den Aspekt, dass deren Eltern das Vertrauen haben, ihre Sprösslinge alleine auf den Schulweg zu schicken, da dieser eine wichtige Funktion zur Förderung der Sozialkompetenz habe. Den fünf ABC-Schützen machte es offensichtlich Spass, mit den Autofahrern zu kommunizieren und das Geschenk zu übergeben.
Positive Reaktionen Wer unter den Autofahrern kennt nicht das ungute Gefühl, wenn er von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wird? Fragen wie: „bin ich zu schnell gefahren, bin ich angegurtet, habe ich ein Verkehrsschild übersehen, habe ich die Ausweise bei mir, stimmt am Auto etwas nicht?“ rasen einem in Blitzesschnelle durch den Kopf.
Diese Empfindungen kamen bestimmt auch am Mittwochmorgen auf, doch im Gegensatz zu anderen Kontrollen zauberte sich sofort ein Lächeln ins Gesicht der Angehaltenen, als ihnen der Sinn des Stopps erklärt wurde. Auch dann, als, entgegen der Instruktionen, ein junger Kontrolleur die Ausweispapiere verlangte oder gar versuchte, das Geschenk zu verkaufen. Wohl aus Freude, glimpflich davongekommen zu sein, gaben einige der FahrerInnen ihren aufgestellten „Peinigern“ ein grosszügiges Trinkgeld.
Die Gesetzeshüter waren sich einig, dass es für sie eine tolle Erfahrung sei, für einmal nicht als der „böse“ Polizist angesehen zu werden. Dieses Hand in Hand mit den Kindern wirke sich auch positiv auf die Beziehung zwischen den späteren Erwachsenen und der Polizei aus, gab sich Markus Erni überzeugt und erinnerte an die Losung der Repol Oberes Fricktal: „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“, welche damit mit Leben erfüllt werde.
Nach zwei Stunden wurde der „Schnelltest“ mit positivem Resümee abgebrochen. Alle „Getesteten“ hatten den Appell „Gäll, du haltisch für mich aa“ mit Überzeugung bejaht. Die Repol Oberes Fricktal, die fünf Kinder inklusive Lehrerin und bestimmt auch die „geprüften“ Automobilisten erlebten freudige Begegnungen.
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